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Mein neues Dienstfahrrad: Bianchi Sprint – das war kein Zufall

02. April 2026 4 Min. Lesezeit
Mein neues Dienstfahrrad: Bianchi Sprint – das war kein Zufall

Manchmal redet man sich ein, man geht „nur schauen“.
Und manchmal weiß man ganz genau, dass das gelogen ist.

Heute war letzteres der Fall.

Ich bin zu Zweirad Neubauer gegangen, weil ich ein neues Rennrad wollte. Punkt. Kein innerer Kampf, kein „brauch ich das wirklich?“. Ich wusste es längst. Auch wenn zuhause mein Gravelbike steht – liebevoll „Scotty“ genannt – und eigentlich alles kann, was ich brauche.

Aber eben nur eigentlich.

Und dann stand es da

Alleine auf der Treppe.
Wie extra für mich hingestellt.

Ein Bianchi Sprint. Celeste. Natürlich Celeste.

Ich geh näher hin und in dem Moment ist klar: Das passt.
Die Größe wirkt wie für mich gemacht, der Sattel ist auf einer Höhe, die sich sofort richtig anfühlt. Ich hab es noch nicht einmal richtig berührt und hatte schon dieses Gefühl, dass wir zwei uns verstehen werden.

Es war wirklich knapp an Liebe auf den ersten Blick.
Oder sagen wir: Es war Liebe. Ich hab nur noch kurz so getan, als müsste ich darüber nachdenken.

Und dann der Moment der Wahrheit: aufsteigen.

Ich schwing mich drauf, rolle ein paar Meter – und es fühlt sich sofort richtig an. Kein Suchen, kein Nachjustieren, einfach fahren.

Und offenbar nicht nur für mich.

Selbst Papa Neubauer hat kurz geschaut, ein leichtes Grinsen aufgesetzt und gemeint, dass das schon ziemlich gut passt.
Und wenn jemand, der den ganzen Tag Räder sieht, kurz innehält, dann weißt du: Das ist kein Zufall mehr.

Scotty, es ist nicht das, wonach es aussieht

Mein Gravelbike hat nichts falsch gemacht. Wirklich nicht.
Scotty ist zuverlässig, vielseitig, immer bereit für alles – von Schotterwegen bis „Ich schau mal, wo ich da rauskomme“.

Aber ein Rennrad ist… anders.

Es ist dieses klare Versprechen von Geschwindigkeit. Von Straße. Von „heute geht’s einfach nur ums Fahren“. Kein Abbiegen in den Wald, kein „ach schauen wir mal“. Sondern einfach nur treten und schauen, was geht.

Und genau dieses Gefühl hat mir gefehlt.

Dieses Celeste…

Ich weiß nicht, was diese Farbe macht.
Celeste ist nicht einfach schön – es zieht dich rein.

Du schaust das Rad an und plötzlich hast du Pläne.
Strecken. Zeiten. Ideen, die du vorher eigentlich gar nicht hattest.

Es ist dieses leise „Komm, probier’s einfach“.

Der Plan war sofort da

Noch im Shop, noch bevor irgendwas unterschrieben war, war klar, wie das weitergeht.

Samstag abholen.
Sonntag wahrscheinlich viel zu oft anschauen.
Und am Montag eine Runde um den Wörthersee.

Weil so ein Rad will nicht langsam beginnen. Es will raus. Es will Strecke sehen. Und ich offenbar auch.

Zwischen Vorfreude und leichtem Größenwahn

Ich kenne mich gut genug, um zu wissen, wie das im Kopf abläuft.
Da ist sofort dieses Bild von einer perfekten Ausfahrt. Ruhiger Tritt, gleichmäßiger Rhythmus, alles fühlt sich leicht an.

Und dann gibt es die Realität, die wahrscheinlich irgendwo zwischen „geht eh“ und „warum genau tu ich mir das an“ liegt.

Aber genau das ist der Punkt.

Dieses leichte Kribbeln vor der ersten richtigen Runde. Dieses Wissen, dass es vielleicht ein bisschen zu viel ist – und genau deshalb richtig.

Und jetzt?

Jetzt steht es noch dort.
Noch nicht bei mir. Noch nicht gefahren.

Aber irgendwie gehört es schon dazu.

Scotty bekommt Gesellschaft.
Ich bekomme ein Dienstfahrrad.
Und der Wörthersee bekommt am Montag Besuch von jemandem, der wahrscheinlich ein bisschen zu motiviert startet.

Wenn du mich dort siehst: leicht fertig, aber mit einem Grinsen im Gesicht – dann passt alles genau so, wie es soll.

Es war kein Zufall.
Ich bin genau deswegen hingegangen.
Und genau so bin ich auch wieder rausgegangen.