Die Koralmbahn ist (fast) da â und auf einmal fĂŒhlt sich Graz so an, als hĂ€tte jemand im Hintergrund einen Cheat-Code eingegeben:
/fasttravel ON.
ICE in Graz â wir sind jetzt offiziell âgroĂâ đ§łđ©đȘ
Wir habenâs geschafft. Der ICE hĂ€lt in Graz. Richtig gelesen: Der ICE. Der elegante weiĂe Zug, der sonst nur in StĂ€dten stoppt, die mindestens einen Flughafen, fĂŒnf U-Bahn-Linien und 3,5 Millionen Einwohner haben (aber halt oft verspĂ€tet - sorry DB) Und jetzt? Graz â MĂŒnchen: Ohne Umsteigen. Graz â Frankfurt: Auch ohne Umsteigen.
Das heiĂt:
Keine sprintartigen Umsteigeaktionen in Bruck/Mur, Bischofshofen und Salzburg. Kein panisches Suchen nach dem richtigen Railjet-Waggon und den Ersatzverbindungen, weil der Railjet zu spĂ€t dran ist. Kein âDas versteht nur der ĂBB-Gottâ-Schienenersatzverkehr. Ich steig in Graz ein, trink ein Bier, lese 50 Seiten und zack â âNĂ€chster Halt: Deutschlandâ. Wenn das kein Fortschritt ist, weiĂ ich auch nicht.
Klagenfurt â eigentlich eh schon unser Vorort đïžâĄïžđïž
Die Werbung sagt es ja schon charmant subtil: â42 Minuten nach Klagenfurt!â Und ich sagâs wie es ist: Wenn du so schnell dort bist, ist Klagenfurt offiziell kein Ausflug mehr. Nicht mal das Bier hat mehr Zeit zum warm werden. Das ist eine kurze Pause von Graz und plötzlich ist Spielfeld weiter weg als Klagenfurt. Bahntechnisch ...
Szenario gefÀllig?
13:30 Uhr: Du hast Lust auf einen Sprung in den Wörthersee. 14:12 Uhr: Du stehst in Klagenfurt. 14:30 Uhr: Du liegst im Wasser. 18:00 Uhr: Wieder zurĂŒck nach Graz. 18:42 Uhr: Graz Hauptbahnhof. 19:00 Uhr: Abendessen daheim.
Und niemand glaubt dir, dass du wirklich kurz in KÀrnten warst. Die Koralmbahn hat KÀrnten basically zu einer verlÀngerten Grazer Badewanne gemacht. Sehr praktisch.
Und jetzt wirdâs spannend: SĂŒden! đđŽ
WÀhrend alle auf die Nord- und Weststrecken schauen, passiert still und heimlich etwas, das mich innerlich jubeln lÀsst: Graz wird an Triest angebunden. Direkt.
Das heiĂt: Keine Balkan-Express-ZĂŒge, die nur âungefĂ€hr um 7:10â fahren. Keine slowenischen Umsteige-Lotterien, in denen du nie genau weiĂt, ob du in den richtigen Zug steigst. Kein âZug fĂ€llt aus, Ersatzbus kommt vielleichtâ.
Sondern einfach: Einsteigen. Sitzen. Meer. Pizza. Aperol. Fertig.
Triest ist nicht nur schön, sondern gefĂ€hrlich schön. GefĂ€hrlich, weil man nach einer Woche dort plötzlich ĂŒberlegt, ob man sich ein kleines Altbau-Apartment ĂŒber dem Hafen leisten soll (âNur fĂŒr Wochenenden natĂŒrlich!â). Und weil Graz bald direkten Anschluss hat, kann man nun Folgendes tun:
- Samstag FrĂŒh nach Triest
- Am Hafen Kaffee trinken
- Mittags MeeresfrĂŒchte inhalieren
- Nachmittag Radtour entlang der KĂŒste
- Abends Aperitivo + Sonnenuntergang
- Und Sonntag wieder zurĂŒck
Warum? Weilâs geht. Und weilâs schön ist.
Radtour? Ja bitte! đŽââïžđ Die neue Direktverbindung schreit förmlich nach einem Wochenendprojekt: âGraz â Triest: Die KĂŒsten-Rad-Challengeâ
Du kannst:
Richtung Triest radeln (Mut-Level: 100), oder nach Triest fahren und dort gemĂŒtlich am Meer entlang kurbeln (Mut-Level: Aperol). Beide Varianten sind absolut respektabel. Ich empfehle letztere aber werde ganz sicher die erste machen.
Fazit: Die Koralmbahn macht Graz zur MobilitĂ€ts-Supermacht đŠžââïžđ
Mit der neuen Koralmbahn, dem ICE-Anschluss und Triest in Reichweite sind wir plötzlich: im Norden mit MĂŒnchen verbunden, im Westen mit Frankfurt, im SĂŒden mit dem Meer, und mit âfast schon danebenâ Klagenfurt.
Graz ist jetzt der Mittelpunkt einer neuen, schnellen, bequemen Miniwelt. Und ich liebe es. Zeit, die Koffer zu packen â egal wohin. Der Zug fĂ€hrt sowieso direkt hin. đâš