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Lukovo · Aug 2026

Feldversuch auf zwei RĂ€dern: Meine erste selbstgefĂŒhrte Rad-Sightseeingtour durch Graz

08. March 2026 4 Min. Lesezeit
Feldversuch auf zwei RĂ€dern: Meine erste selbstgefĂŒhrte Rad-Sightseeingtour durch Graz

Die letzten Tage habe ich wieder einmal das getan, was vermutlich jeder Entwickler irgendwann macht, wenn er eigentlich nur „eine kleine Änderung“ an seiner Webseite machen wollte: Ich habe bikegraz.at komplett umgebaut.

Was als kleine Optimierung begonnen hat, ist am Ende zu einer Mischung aus Redesign, neuen Ideen und ein paar experimentellen Funktionen geworden. Und eine davon wird morgen zum ersten Mal in freier Wildbahn getestet.

Der Plan: Eine Selbstfahrer-Sightseeingtour fĂŒr Radfahrer in Graz.

Die Idee: Graz hören statt nur sehen

Graz hat unglaublich viele spannende Orte – PlĂ€tze, GebĂ€ude, Geschichten, kleine Details, an denen man normalerweise einfach vorbeiradelt.

Meine Idee ist deshalb eine Tour, bei der man einfach losradelt und an bestimmten Punkten automatisch Informationen bekommt.

Das funktioniert so:

  1. Du startest die Tour auf deinem Handy.
  2. Du fÀhrst mit dem Rad durch Graz.
  3. Sobald du einen bestimmten Punkt erreichst, wird eine kurze Audio-Info abgespielt.

Quasi wie ein Audioguide im Museum – nur dass das Museum die ganze Stadt ist und du dich mit dem Fahrrad von Station zu Station bewegst.

Die erste Testtour fĂŒhrt durch einige klassische Punkte der Grazer Innenstadt – PlĂ€tze, versteckte Gassen und Orte, die man vielleicht schon hundert Mal gesehen hat, ohne ihre Geschichte zu kennen.

Und weil das Ganze ja auf bikegraz.at passiert, versteht sich von selbst:
Die Route ist natĂŒrlich radfreundlich gedacht.

Warum ĂŒberhaupt so eine Tour?

Ganz ehrlich: Weil ich selbst gerne solche Sachen nutze.

Wenn ich in einer neuen Stadt bin, finde ich Audioguides super – aber sie haben zwei Nachteile:

  • Man lĂ€uft meistens zu Fuß
  • Sie sind oft ziemlich trocken

Mit dem Rad ist man schneller unterwegs, sieht mehr und kommt auch zu Orten, die zu Fuß etwas weit weg wĂ€ren.

Außerdem kann man das Ganze viel lockerer gestalten:
Keine festen Zeiten, keine Gruppe, kein Guide mit FĂ€hnchen.

Nur du, dein Rad und ein bisschen Geschichte im Ohr.

Und man könnte ja Geld damit verdienen.

Morgen ist Feldtest

Morgen wird diese Tour zum ersten Mal wirklich ausprobiert.

Das bedeutet auch:
Ich werde höchstwahrscheinlich Dinge entdecken, die ich beim Programmieren nicht bedacht habe.

Zum Beispiel folgende mögliche Szenarien:

Szenario 1: Internationale Expansion

Eigentlich wollte ich eine gemĂŒtliche Runde durch Graz fahren.

RealitÀt:
Irgendwann meldet sich die Stimme im Handy:

„Du hast den nĂ€chsten Punkt erreicht.“

Ich schaue auf die Karte und denke mir:
Moment 
 das ist doch Maribor?

Gratulation.
Die erste Version der Tour hat mich erfolgreich bis zur slowenischen Grenze navigiert.

Ups.

Szenario 2: Straßenbahnschienen – der Endgegner

Es könnte auch passieren, dass ich so konzentriert der Audio-ErklĂ€rung ĂŒber irgendeinen historischen Platz lausche, dass ich kurz vergesse, wo ich fahre.

Graz hat nÀmlich eine SpezialitÀt:

Straßenbahnschienen.

Und jeder Radfahrer weiß:
Die Kombination aus

  • schmalem Reifen
  • falschem Winkel
  • minimaler Unaufmerksamkeit

fĂŒhrt ungefĂ€hr so zuverlĂ€ssig zum Problem wie ein Windows-Update kurz vor einer PrĂ€sentation.

Sollte also morgen jemand beobachten, wie ein Radfahrer neben seinem Bike sitzt und seinem Handy sagt:

„Ja danke fĂŒr die Info zum Glockenspiel, aber das Timing war gerade nicht ideal.“


 dann war ich das.

Wenn es funktioniert 


Wenn der Test morgen halbwegs funktioniert, könnte daraus etwas ziemlich Cooles werden:

  • Mehr Touren durch Graz
  • Thematische Routen (Geschichte, Architektur, Radwege)
  • Vielleicht sogar Touren außerhalb der Stadt

Im Idealfall entsteht daraus eine kleine Sammlung von Rad-Audiotouren, die jeder einfach starten kann.

Ein bisschen wie ein selbstgefĂŒhrter StadtfĂŒhrer – nur auf zwei RĂ€dern.

Fazit

Morgen steht also ein wichtiger Test an:

  • Funktioniert die Technik?
  • Stimmen die Positionen der Stops?
  • Und vor allem:
    Schaffe ich die Tour, ohne in Slowenien oder in einer Straßenbahnschiene zu landen?

Wir werden es sehen.

Falls du morgen zufĂ€llig einen Radfahrer durch Graz fahren siehst, der immer wieder stehen bleibt und seinem Handy zuhört – keine Sorge.

Ich rede nicht mit mir selbst.

Ich teste nur die Zukunft der Rad-Sightseeing-Touren. đŸšŽâ€â™‚ïž