Haltet die Pressen an, stoppt die News-Feeds und setzt euch kurz hin: Es ist tatsächlich geschehen.
Eigentlich war der Plan ja schon für gestern geschmiedet, aber gut Ding will Weile haben – oder in meinem Fall: Der innere Schweinehund brauchte noch eine Nacht Bedenkzeit. Doch heute gab es keine Ausreden mehr. Nach gefühlten 20, 25 oder vielleicht auch 100 Jahren (wer zählt da schon so genau mit?) habe ich es durchgezogen.
Ich war im Meer. Richtig drin. Mit Wasser und allem.
Ein historisches Ereignis
Wer mich kennt, weiß: Meine Beziehung zu Gewässern, die tiefer sind als eine durchschnittliche Pfütze, ist... nun ja, distanziert. Ich bin eher der Typ „Sicherer Hafen“ oder „Trockendock“. Wenn man mich am Strand sieht, dann meistens in sicherer Entfernung zur Brandung, bewaffnet mit einem guten Buch oder einfach nur den festen Boden unter den Füßen genießend. Die Wahrscheinlichkeit, mich im offenen Meer zu treffen, lag bisher etwa so hoch wie ein Lottogewinn.
Doch heute bin ich über meinen Schatten (und die Wasserkante) gesprungen. Ich habe mir tatsächlich einen Schnorchel geschnappt und die Unterwelt erkundet.
Die Entdeckung einer neuen Welt
Was soll ich sagen? Die Fische waren wahrscheinlich genauso überrascht wie ich. Ich bilde mir ein, ein paar Korallen flüstern gehört zu haben: „Schaut mal, das ist doch der frassil! Hat er sich wirklich getraut?“
Es war ein wenig wie eine Mondlandung, nur mit mehr Salz auf den Lippen und weniger Schwerkraft. Ein kleiner Paddelschlag für die Menschheit, aber ein gigantischer Sprung für mein persönliches Wohlbefinden. Die Unterwasserwelt hat mich tatsächlich kurzzeitig sprachlos gemacht (was durch den Schnorchel im Mund ohnehin einfacher war).
Fazit: Geht doch!
Zwar bin ich jetzt wahrscheinlich für die nächsten zwei Jahrzehnte wieder „entsalzt“, aber das Gefühl, es nach so langer Zeit wirklich durchgezogen zu haben, ist unbeschreiblich. Manchmal muss man eben doch mal den Kopf unter Wasser stecken, um die Perspektive zu wechseln.
Wer hätte gedacht, dass Schnorcheln tatsächlich Spaß machen kann? Ich hatte es vergessen – bis heute.
Euer (jetzt offiziell wassergeprüfter) frassil
Übrigens: Das ist ein Sergeant Major (wissenschaftlich Abudefduf vaigiensis oder Abudefduf saxatilis), eine Art der Riffbarsche.
Diese Fische sind beim Schnorcheln im Roten Meer oder in tropischen Gewässern extrem häufig anzutreffen.
Erkennungsmerkmal: Die fünf schwarzen vertikalen Streifen auf dem silbrig-gelben Körper sind absolut typisch.
Charakter: Sie sind oft sehr neugierig und wenig scheu gegenüber Schwimmern.
Name: Den Namen „Sergeant Major“ tragen sie wegen ihrer Streifen, die an militärische Rangabzeichen erinnern (behauptet zumindest Google Gemini)