Graz, Österreich
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Ägypten Tag 1: Zwischen Schlafmangel, Wüstensafari unfreiwilliger Art und dem „Fluch der hellhörigen Türen“

18. December 2025 3 Min. Lesezeit
Ägypten Tag 1: Zwischen Schlafmangel, Wüstensafari unfreiwilliger Art und dem „Fluch der hellhörigen Türen“

Willkommen zu meinem Reisebericht aus dem Land der Pharaonen! Oder wie ich es nach den ersten 24 Stunden nenne: „Operation: Schlaf wird überbewertet“.

Der frühe Vogel... hat ein Problem in Graz

Mein Abenteuer begann um 3:30 Uhr morgens. Das ist eine Zeit, zu der ich normalerweise höchstens gerade vom Kühlschrank zurück ins Bett stolpere, aber sicher nicht mein Gepäck wiege.

Am Flughafen Graz angekommen, folgte der erste Schock: Eine Schlange. In Graz! Wer mich kennt, weiß, dass ich den Grazer Flughafen schätze, weil man dort normalerweise in fünf Minuten vom Check-in zum Gate sprintet. Heute nicht. Scheinbar hatte halb Steiermark dieselbe Idee: „Ab in den Süden!“

Nach einem soliden Eurowings-Flug setzte ich Fuß auf ägyptischen Boden in Hurghada. „Jetzt nur noch kurz ins Hotel und ab an den Pool“, dachte ich naiverweise.

Die Realität: Ein Transfer-Auto, das sich anfühlte wie ein Sammeltaxi für eine Weltreise. Einer nach dem anderen wurde abgeladen. Das Auto wurde leerer, die Wüste wurde weitläufiger. Irgendwann war ich alleine mit dem Fahrer. Wir fuhren... und fuhren... und fuhren noch eine Viertelstunde weiter, nachdem der vorletzte Gast ausgestiegen war.

Ich bin mir ziemlich sicher, dass wir zwischendurch die Grenze zum Sudan touchiert haben oder ich zumindest kurz davor war, als offizieller Siedler im „Nirgendwo“ registriert zu werden. Aber schließlich erschien es: Das Tropitel in Sahl Hasheesh.

Tropitel Sahl Hasheesh: Schön, aber lautstark begabt

Das Hotel an sich? Ganz nett. Wirklich! Aber die Architektur hat ein spezielles Talent, das ich so noch nicht erlebt habe.

Kennt ihr diese antiken Amphitheater, in denen man auf der Bühne flüstert und es in der letzten Reihe hört? Das Tropitel hat dieses Konzept perfektioniert – allerdings für Hotelgänge.

Die Türen: Dämmen ungefähr so gut wie eine Lage feuchtes Klopapier.

Die Gänge: Sind so konstruiert, dass sie kein Geräusch schlucken, sondern jedes Räuspern, jeden Rollkoffer und jedes „HABIBI!“ vom anderen Ende des Flurs dankend annehmen, verstärken und direkt in mein Gehirn leiten.

Fazit des ersten Tages

An mein heißgeliebtes Nachmittagsschlaferl war absolut nicht zu denken. Jedes Mal, wenn ich weg dämmerte, klang es im Flur, als würde eine Elefantenherde einen Stepptanzkurs belegen.

Ich sitze jetzt also hier: Ein bisschen übermüdet, ein bisschen verloren in der Weite von Sahl Hasheesh, aber bereit für das, was kommt. Morgen dann hoffentlich mit Oropax.

Stay tuned! 🇪🇬☀️