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Lukovo: Müde vom Nichtstun – und Rettung kam mit Bier

26. August 2026 4 Min. Lesezeit
Lukovo: Müde vom Nichtstun – und Rettung kam mit Bier

Ich bin noch immer in Lukovo.

Und ich kann inzwischen bestätigen: Die vor dem Urlaub angekündigte Auszeit findet tatsächlich statt. Sogar ziemlich konsequent.

Das Meer ist großartig. Warm, klar, wunderschön – genau so, wie man sich das vorgestellt hat.

Nur der Weg hinein ist teilweise eine kleine Abenteuerprüfung.

Der tägliche Kampf ums Meer

Andere Menschen gehen im Urlaub einfach baden.

Wir hingegen absolvieren davor einen kleinen Hindernisparcours aus Steinen, glitschigen Mauern und der ständigen Frage, wo sich der nächste Seeigel versteckt.

Unsere Beine dokumentieren diesen Urlaub inzwischen ziemlich zuverlässig. Kleine Kratzer hier, blaue Flecken dort und vermutlich Muskeln an Stellen, von denen wir vorher gar nicht wussten, dass man dort welche haben kann.

Aber sobald man einmal im Wasser ist, ist das alles vergessen.

Zumindest bis man wieder raus muss.

Ausschlafen. Aufwachen. Weiterschlafen.

Ansonsten passiert hier erfreulich wenig.

Und genau das war ja der Plan.

Schlafen. Essen. Strand. Meer. Gemeinsam zusammensitzen. Vielleicht etwas trinken. Wieder schlafen.

Ich schlafe hier vermutlich mehr als in den vergangenen Monaten zusammen – und bin trotzdem jeden Tag müde.

Möglicherweise liegt es am vielen Schlafen.

Oder daran, dass Schlafen in Lukovo in Etappen funktioniert.

Irgendwann einschlafen. Irgendwann aufwachen. Wieder einschlafen. Und dann gibt es natürlich noch die örtliche Erinnerung daran, dass Zeit eigentlich völlig überbewertet wird:

Kirchenglocken.

Zum Beispiel um 7 Uhr.

Oder um 12 Uhr.

Wobei 12 Uhr inzwischen ungefähr jene Uhrzeit ist, zu der man langsam darüber nachdenken könnte, ob man vielleicht doch einmal endgültig aufsteht.

Die große Rettungsaktion von Lukovo

Ein bisschen Bewegung gab es dann aber doch.

Ich bin zu Fuß in die nächste Bucht gegangen.

Was angesichts der hiesigen Wegbeschaffenheit bereits als sportliche Aktivität durchgehen dürfte. Viele Steine. Viele davon spitz. Und irgendwann beginnt man sich zu fragen, warum man eigentlich nicht einfach dort geblieben ist, wo man war.

Aber angekommen ist angekommen.

Also ein bisschen herumliegen, schwimmen, Meer genießen.

Eigentlich perfekt.

Bis wir ein gravierendes logistisches Problem festgestellt haben:

Kein Bier.

Nun hätte man natürlich einfach wieder zurückgehen können.

Aber da war ja dieser Weg.

Diese vielen Steine.

Diese sehr spitzen Steine.

Und unsere Beine hatten in den vergangenen Tagen ohnehin schon genug für diesen Urlaub geleistet.

Also haben wir das einzig Vernünftige getan:

Wir haben einen Hilferuf abgesetzt.

Und das Schöne an guten Freunden ist: Sie verstehen, wann eine Situation wirklich ernst ist.

Unser Team empfing den Notruf, analysierte die Lage offenbar vollkommen korrekt und startete unverzüglich die Rettungsmission.

Kurze Zeit später tauchte Verstärkung auf.

Mit SUPs.

Und – wesentlich wichtiger –

mit Bier.

Damit war nicht nur die Versorgungslage in der Bucht wiederhergestellt, sondern für mich auch der Moment gekommen, zum ersten Mal auf einem SUP zu stehen.

Beziehungsweise es zumindest zu versuchen.

Und irgendwann ging es dann per SUP zurück nach Lukovo.

Ich möchte an dieser Stelle ausdrücklich festhalten:

Niemand war in Seenot.

Wir waren lediglich in einer anderen Bucht, wollten nicht über die spitzen Steine zurückgehen und hatten kein Bier mehr.

Aber ich finde, genau für solche Situationen wurden Rettungscrews erfunden.

Genau das habe ich gebraucht

Und bei all den lädierten Beinen, Seeigeln, Glocken, SUP-Einsätzen und der erstaunlichen Erschöpfung vom vielen Nichtstun bleibt vor allem eines:

Es ist richtig schön hier.

Vor dem Urlaub habe ich geschrieben, dass jetzt eine Woche Abschalten dran ist. Zeit mit Freunden, gemeinsam essen, am Strand liegen und sehr viel nix tun.

Offenbar war genau das notwendiger, als ich gedacht habe.

Der Kopf wird langsam leerer. Die Tage verschwimmen angenehm miteinander. Und wenn die größte Herausforderung darin besteht, möglichst unverletzt ins Meer zu kommen und rechtzeitig einen Hilferuf abzusetzen, wenn in der nächsten Bucht das Bier ausgeht, dann kann das Leben gerade nicht ganz falsch sein.

Noch ein paar Tage Lukovo.

Ich werde versuchen, mich weiterhin gewissenhaft zu erholen.

Auch wenn das verdammt müde macht.