Manchmal frage ich mich, ob mein Terminkalender heimlich Red Bull trinkt. Wenn mich jemand fragt, wie die letzten drei Wochen waren, lautet die ehrlichste Antwort wohl: Ziemlich hart, wunderschön und – wenn man beide Augen fest zudrückt – vielleicht sogar ein kleines bisschen erholsam. Zumindest, sofern man Dauer-Logistik und Dauermobilität als Wellness betrachtet.
Alles begann im hohen Norden. Hamburg rief zum Workshop. Das große Highlight daran war nicht etwa die Powerpoint-Parade, sondern die Tatsache, mein Team nach einer gefühlten Ewigkeit wieder einmal in 3D zu sehen. Und ja, das Gerücht stimmt: Wir mögen uns tatsächlich. Man trifft sich eben nicht nur, weil der Dienstvertrag es vorschreibt, sondern verbringt freiwillig den einen oder anderen langen Abend zusammen. Schön war’s – und für die Leber ein solider Trainingsauftakt.
Kaum war ich am Donnerstag wieder zu Hause, klingelte schon die Kärntner Heimatlogistik. Freitag ging es direkt nach Launsdorf. Das Kontrastprogramm zur Elbmetropole: Erst das Längseefest inklusive romantischer Lichterfahrt auf dem Wasser, am Samstag dann die volle Dröhnung Launsdorfer Kirchtag. Zwischen Festzelt-Dezibel und Kirchtagssuppe kam kurz der Gedanke auf, dass das vielleicht mein letzter Kirchtag gewesen sein könnte. Wobei… Doris hat da erfahrungsgemäß das letzte Wort, und womöglich lässt sich mein Widerstand beim nächsten Mal doch wieder mit etwas Überredungskunst brechen.
Wer jetzt denkt, der Sonntag wäre für die Couch reserviert gewesen, kennt den Nightjet nicht. Also rein in den Schlafwagen und ab nach Embrach in die Schweiz. Der Anlass: Vorbereitung für den Rollout. Dass der Termin mittlerweile verschoben wurde, tut der Sache keinen Abbruch – es war schlichtweg wichtig, vor Ort zu sehen, wie weit die Schweizer Kollegen mit den Trainings und den Vorbereitungen sind. Donnerstag ging es dann wieder retour, diesmal ganz brav bei Tageslicht auf Schienen.
Freitag folgte schließlich der finale Akt des logistischen Wahnsinns: kurz arbeiten, die verbleibenden sauberen Socken in die Reisetasche werfen und ab nach Lukovo in den wohlverdienten Urlaub. Geschichten von dort gibt es ja mittlerweile schon ein paar – aber um ehrlich zu sein, brauchte ich nach diesem Marathon auch erst einmal ein ruhiges Plätzchen am Meer, um herauszufinden, in welcher Zeitzone ich eigentlich gerade aufgewacht bin.