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Niederlande-Radtour 2027 · May 2027

Dolomiten–Triest Tag 6: Meer erreicht, Mission erfüllt

18. June 2026 3 Min. Lesezeit
Dolomiten–Triest Tag 6: Meer erreicht, Mission erfüllt

Geschafft.

Nach sechs Tagen, einigen hundert Kilometern, unzähligen Schotterwegen, einer GoPro-Reparatur mittels Nagelknipser und mehreren Diskussionen mit der Routenplanung bin ich heute tatsächlich in Triest angekommen.

Die letzte Etappe führte mich von Gradisca nach Triest.

Laut GPS:

  • 43,09 Kilometer
  • 2:39:50 Fahrzeit
  • 115 Höhenmeter
  • 779 kJ

Eigentlich eine gemütliche Abschlussetappe.

Und genau das war auch der Plan.

Der Aufstand gegen den Reiseveranstalter

Der Reiseveranstalter hatte für heute eine etwas anspruchsvollere Variante vorgesehen.

Ich hingegen hatte eine revolutionäre Idee:

Nicht mehr anstrengen.

Also habe ich kurzerhand meine eigene Route gewählt und bin über Monfalcone Richtung Triest gefahren.

Flach.

Direkt.

Effizient.

So wie sich das für den letzten Tag einer Radtour gehört.

Nach fünf Tagen auf dem Rad darf man sich durchaus eingestehen, dass man nicht mehr jeden Hügel mitnehmen muss, nur weil er zufällig herumsteht.

Es war heiß. Verdammt heiß.

Anstrengend wurde die Etappe trotzdem.

Nicht wegen der Strecke.

Nicht wegen der Höhenmeter.

Sondern wegen der Temperatur.

Wenn man zwischen zwei Hotels rund fünf Stunden Zeit überbrücken muss und dabei durch die sommerliche Hitze Italiens radelt, entwickelt man plötzlich eine sehr enge emotionale Bindung zu seiner zweiten Trinkflasche.

Heute war einer dieser Tage, an denen man regelmäßig kontrolliert, ob noch Wasser vorhanden ist.

Und dann fünf Minuten später noch einmal.

Nur zur Sicherheit.

Die Küstenstraße war gar nicht der Feind

Besonders gespannt war ich auf die letzten Kilometer nach Triest.

Die Küstenstraße hatte ich nämlich deutlich schlimmer in Erinnerung.

Viel Verkehr.

Viel Wind.

Viel Stress.

Zumindest dachte ich das.

Heute stellte sich heraus, dass vermutlich gar nicht die Straße das Problem gewesen war.

Vermutlich war es einfach der Gegenwind beim letzten Mal.

Heute gab es kaum Wind, der Verkehr hielt sich überraschend in Grenzen und plötzlich wurde aus der gefürchteten Küstenstraße eine wirklich schöne Abschlussfahrt.

Rechts das Meer.

Vor mir Triest.

Und hinter mir fast eine Woche auf dem Fahrrad.

Ein besseres Finale hätte ich mir kaum wünschen können.

Die wirklich wichtigen Dinge

Nach der Ankunft wurde selbstverständlich das Pflichtprogramm absolviert.

Sightseeing?

Erledigt.

Meer anschauen?

Erledigt.

Fahrrad sicher abstellen?

Erledigt.

Anschließend folgte vermutlich das kulinarische Highlight der gesamten Reise.

Die beste Pizza meines Lebens.

Pizzium.

Pizza Trentino.

Falls jemand eine wissenschaftliche Erklärung dafür sucht, warum Menschen freiwillig nach Italien fahren:

Das wäre ein guter Ausgangspunkt.

Fazit der Tour

Die Tour ist geschafft.

Die Beine haben gehalten.

Das Fahrrad hat gehalten.

Sogar die GoPro hat nach ihrer Nagelknipser-Operation durchgehalten.

Und Triest hat mich empfangen, ohne mir zum Abschluss noch irgendeinen völlig absurden Schotteranstieg vor die Räder zu werfen.

Bleibt eigentlich nur noch eine einzige Frage offen:

Wie oft dusche ich heute noch?

Aktuell lautet die Antwort vermutlich:

So oft, bis das Wasser beschließt, dass es genug von mir hat.

Arrivederci.

Bis zur nächsten verrückten Idee.

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