Geschafft.
Nach sechs Tagen, einigen hundert Kilometern, unzÀhligen Schotterwegen, einer GoPro-Reparatur mittels Nagelknipser und mehreren Diskussionen mit der Routenplanung bin ich heute tatsÀchlich in Triest angekommen.
Die letzte Etappe fĂŒhrte mich von Gradisca nach Triest.
Laut GPS:
- 43,09 Kilometer
- 2:39:50 Fahrzeit
- 115 Höhenmeter
- 779 kJ
Eigentlich eine gemĂŒtliche Abschlussetappe.
Und genau das war auch der Plan.
Der Aufstand gegen den Reiseveranstalter
Der Reiseveranstalter hatte fĂŒr heute eine etwas anspruchsvollere Variante vorgesehen.
Ich hingegen hatte eine revolutionÀre Idee:
Nicht mehr anstrengen.
Also habe ich kurzerhand meine eigene Route gewĂ€hlt und bin ĂŒber Monfalcone Richtung Triest gefahren.
Flach.
Direkt.
Effizient.
So wie sich das fĂŒr den letzten Tag einer Radtour gehört.
Nach fĂŒnf Tagen auf dem Rad darf man sich durchaus eingestehen, dass man nicht mehr jeden HĂŒgel mitnehmen muss, nur weil er zufĂ€llig herumsteht.
Es war heiĂ. Verdammt heiĂ.
Anstrengend wurde die Etappe trotzdem.
Nicht wegen der Strecke.
Nicht wegen der Höhenmeter.
Sondern wegen der Temperatur.
Wenn man zwischen zwei Hotels rund fĂŒnf Stunden Zeit ĂŒberbrĂŒcken muss und dabei durch die sommerliche Hitze Italiens radelt, entwickelt man plötzlich eine sehr enge emotionale Bindung zu seiner zweiten Trinkflasche.
Heute war einer dieser Tage, an denen man regelmĂ€Ăig kontrolliert, ob noch Wasser vorhanden ist.
Und dann fĂŒnf Minuten spĂ€ter noch einmal.
Nur zur Sicherheit.
Die KĂŒstenstraĂe war gar nicht der Feind
Besonders gespannt war ich auf die letzten Kilometer nach Triest.
Die KĂŒstenstraĂe hatte ich nĂ€mlich deutlich schlimmer in Erinnerung.
Viel Verkehr.
Viel Wind.
Viel Stress.
Zumindest dachte ich das.
Heute stellte sich heraus, dass vermutlich gar nicht die StraĂe das Problem gewesen war.
Vermutlich war es einfach der Gegenwind beim letzten Mal.
Heute gab es kaum Wind, der Verkehr hielt sich ĂŒberraschend in Grenzen und plötzlich wurde aus der gefĂŒrchteten KĂŒstenstraĂe eine wirklich schöne Abschlussfahrt.
Rechts das Meer.
Vor mir Triest.
Und hinter mir fast eine Woche auf dem Fahrrad.
Ein besseres Finale hĂ€tte ich mir kaum wĂŒnschen können.
Die wirklich wichtigen Dinge
Nach der Ankunft wurde selbstverstÀndlich das Pflichtprogramm absolviert.
Sightseeing?
Erledigt.
Meer anschauen?
Erledigt.
Fahrrad sicher abstellen?
Erledigt.
AnschlieĂend folgte vermutlich das kulinarische Highlight der gesamten Reise.
Die beste Pizza meines Lebens.
Pizzium.
Pizza Trentino.
Falls jemand eine wissenschaftliche ErklĂ€rung dafĂŒr sucht, warum Menschen freiwillig nach Italien fahren:
Das wÀre ein guter Ausgangspunkt.
Fazit der Tour
Die Tour ist geschafft.
Die Beine haben gehalten.
Das Fahrrad hat gehalten.
Sogar die GoPro hat nach ihrer Nagelknipser-Operation durchgehalten.
Und Triest hat mich empfangen, ohne mir zum Abschluss noch irgendeinen völlig absurden Schotteranstieg vor die RÀder zu werfen.
Bleibt eigentlich nur noch eine einzige Frage offen:
Wie oft dusche ich heute noch?
Aktuell lautet die Antwort vermutlich:
So oft, bis das Wasser beschlieĂt, dass es genug von mir hat.
Arrivederci.
Bis zur nĂ€chsten verrĂŒckten Idee.
Impressionen