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Niederlande-Radtour 2027 · May 2027

Dolomiten–Triest Nachspiel: Die Rückreise

19. June 2026 3 Min. Lesezeit
Dolomiten–Triest Nachspiel: Die Rückreise

Heute stand die letzte Etappe der Reise auf dem Programm.

Nicht auf dem Fahrrad.

Sondern mit der Bahn.

Um 12 Uhr aus dem Hotel ausgecheckt, gemütlich zum Bahnhof in Triest spaziert, da mein Railjet ohnehin schon eineinhalb Stunden später eintreffen sollte.

Also hingesetzt.

Gewartet.

Leute beobachtet.

Und dann fuhr hinter mir so ein rotes Ding in den Bahnhof ein.

Ein Frecciarossa - zumindest war es so zu lesen.

Ich möchte niemandem zu nahe treten, aber meine erste Reaktion war:

"Boah, sind diese Züge hässlich."

Vermutlich fahren sie 300 km/h.

Vermutlich technisch beeindruckend.

Vermutlich von Ingenieuren entwickelt.

Aber schön?

Nein.

Die Sache mit der Geschwindigkeit

Überhaupt frage ich mich inzwischen, warum die Italiener überhaupt Hochgeschwindigkeitszüge brauchen.

Mein Railjet war nämlich pünktlich in Triest angekommen.

Zwischen Triest und Udine bewegte er sich allerdings ungefähr mit der Geschwindigkeit eines rückwärts einparkenden Spielzeugtraktors.

Manchmal hatte ich das Gefühl, dass ambitionierte Rennradfahrer neben dem Zug problemlos hätten mithalten können.

Vielleicht sogar überholen.

Vielleicht sogar winken.

Deutsche Bahn rettet den Tag

Die Rückfahrt verlief ansonsten erstaunlich problemlos.

Bis Villach.

Dort standen wir plötzlich herum und warteten auf einen Anschlusszug aus Salzburg.

Der Grund dafür war besonders schön:

Anscheinend waren irgendwo zwei ICE-Züge Richtung Österreich ausgefallen und das Umsteigen der vielen Fahrgäste hat ein wenig länger gedauert.

Und so schaffte es die Deutsche Bahn, eine Verspätung in Österreich zu verursachen, obwohl ich mich mehrere hundert Kilometer von Deutschland entfernt befand.

Das muss man auch erst einmal schaffen.

Am Ende kam ich mit exakt drei Minuten Verspätung in Graz an.

Für Bahnverhältnisse ist das ungefähr so pünktlich wie ein Schweizer Uhrwerk - oder die Österreichische Bundesbahn.

Fazit

  • Triest erfolgreich verlassen
  • Frecciarossa erfolgreich als hässlich eingestuft
  • Spielzeugtraktor-Geschwindigkeit erlebt
  • Deutsche Bahn als Ursache einer österreichischen Verspätung kennengelernt
  • Mit nur drei Minuten Verspätung in Graz angekommen

Und jetzt?

Pause.

Zumindest bis morgen.

Denn morgen sitze ich schon wieder im Zug.

Diesmal allerdings nicht Richtung Meer.

Sondern Richtung Friesach zum Edmund-Konzert.

Offenbar hält meine Erholung ungefähr so lange wie ein Handy-Akku aus dem Jahr 2012.

Nachtrag:

Weil ich gerade wieder einen Zeitungsartikel über Zugchaos, Verspätungen und überfüllte Garnituren gelesen habe: Meine Rückreise verlief eigentlich überraschend entspannt.

Der Railjet war in Triest pünktlich. Bis Villach gab es ausreichend freie Plätze und selbst danach war der Zug weit davon entfernt, überfüllt zu sein.

Nach all den Berichten über überfüllte Züge, verpasste Anschlüsse und stundenlange Verspätungen möchte ich der Fairness halber auch erwähnen:

Bei mir hat auf dieser Reise alles funktioniert.

Fahrrad mitgenommen.

Sitzplatz gehabt.

Zu Hause angekommen.

Man schimpft oft genug auf die Bahn. Dann darf man auch einmal erwähnen, wenn etwas problemlos funktioniert. Ist ja nicht alles schlecht, wenn man mit dem Zug fährt.