Ich muss zugeben: Manchmal hat man einfach Glück.
Letzte Woche bin ich noch gemütlich mit dem Rad von den Dolomiten bis nach Triest gefahren. Warm war's schon, aber angenehm. Trinkbrunnen gab's regelmäßig, Cafés hatten offen und irgendwo ließ sich immer die Trinkflasche auffüllen.
Wenn ich mir dagegen die Wettervorhersage für die nächsten Tage anschaue, hätte ich vermutlich schon bei der Abfahrt beschlossen, einfach in Toblach zu bleiben und so zu tun, als wäre das das eigentliche Reiseziel gewesen.
Denn seien wir ehrlich: Bei 37 oder 38 Grad wird selbst Radfahren irgendwann zur freiwilligen Grillveranstaltung.
Was mich dabei am meisten beschäftigt, ist gar nicht die Hitze selbst. Sondern die Wasserversorgung.
Auf vielen meiner Touren fahre ich bewusst durch kleinere Orte oder längere Abschnitte ohne größere Infrastruktur. Normalerweise kein Problem. Irgendwo findet sich immer ein Brunnen, ein Gasthaus oder ein freundlicher Mensch mit Gartenschlauch.
Aber wenn's tagelang so heiß bleibt? Brunnen werden abgedreht, Bäche führen weniger Wasser, und selbst der kleine Supermarkt im nächsten Dorf freut sich wahrscheinlich über jeden Liter, der noch im Regal steht.
Da merkt man plötzlich, wie selbstverständlich wir viele Dinge nehmen.
Noch sitze ich übrigens nicht im Keller. Der legendäre Platz zwischen Stiege und Garage – dort, wo auch an den heißesten Sommertagen gefühlt konstante 19 Grad herrschen – ist noch nicht offiziell bezogen. Aber ich habe ihn gedanklich schon einmal reserviert. Man weiß ja nie.
Trotzdem sollte uns diese Hitzewelle vielleicht ein klein wenig zu denken geben.
Nein, ein einzelner heißer Tag ist kein Beweis für irgendetwas. Und ja, heiße Sommer hat es immer gegeben.
Aber wenn neue Temperaturrekorde mittlerweile öfter auftauchen als Software-Updates und man sich ernsthaft überlegt, wann man überhaupt noch Sport im Freien machen kann, dann lohnt es sich vielleicht, die Diskussion etwas nüchterner zu führen.
Nicht mit erhobenem Zeigefinger.
Sondern einfach mit gesundem Menschenverstand.
Denn unabhängig davon, woran jeder Einzelne glaubt oder welche Ursachen er sieht: Weniger versiegelte Flächen, mehr Bäume, ein bewussterer Umgang mit Wasser und ein bisschen Rücksicht auf unsere Umwelt haben noch niemandem geschadet.
Außer vielleicht meinem Keller.
Der wird künftig wohl öfter Besuch bekommen.