Heute war ich in Klagenfurt. Freiwillig. Bei Tageslicht. Und – jetzt wird’s wirklich ungewöhnlich – ohne dass ich ins Stadion musste, ohne dass ich nach Glühwein vom Neuen Platz nach Hause finden musste, ohne mal wieder auf einer Radtour durchgefahren zu sein.
Der Grund war natürlich trotzdem nicht ausschließlich touristische Neugier. Für entdecken.tours standen heute Testfahrten beziehungsweise Testspaziergänge am Programm. Eine Tour zu Fuß, eine mit dem Rad. Schauen, ob die Route passt, ob die Navigation macht, was sie soll, ob die Geschichten an den richtigen Stellen starten – und ob das Ganze in der Realität genauso funktioniert wie in meinem Kopf.
Und was soll ich sagen?
Es hat funktioniert.
Sogar besser, als ich gedacht hätte.
Das ist bei eigenen Projekten ja durchaus verdächtig. Normalerweise kommt spätestens nach den ersten paar hundert Metern irgendein Moment, an dem man sich denkt: „Ah. Interessant. Daran hab ich natürlich überhaupt nicht gedacht.“
Diesmal erstaunlich wenig davon.
Also wurde gegangen, geradelt, getestet, korrigiert, fotografiert und vermutlich öfter aufs Handy geschaut, als es für jemanden gesund ist, der eigentlich gerade Sightseeing betreibt.
Das Ergebnis: Die Klagenfurt-Touren sind praktisch fertig und sollen nächste Woche auf entdecken.tours live gehen. 🎉
Und nebenbei sind jede Menge Fotos entstanden. Ein paar davon gibt’s hier in der Galerie – der Rest liegt vermutlich für die nächsten Monate auf meiner Festplatte herum und wartet darauf, dass ich mich irgendwann wieder daran erinnere.
Moment. Klagenfurt ist ja richtig hübsch.
Fast noch überraschender als der funktionierende Test war allerdings eine andere Erkenntnis:
Ich glaube, ich bin heute tatsächlich zum ersten Mal ganz bewusst durch Klagenfurt spaziert.
Natürlich war ich schon oft dort.
Aber meistens bedeutete Klagenfurt für mich ungefähr:
Mal wieder mit dem Rad am Wörthersee
oder ohne Rad:
Bahnhof → Stadion → Football → Bahnhof.
Oder in der Adventzeit:
Adventmarkt → eventuell ein Getränk zu viel → Bahnhof.
Oder überhaupt nur:
Bahnhof
Das zählt offenbar nur bedingt als intensive Auseinandersetzung mit einer Stadt.
Heute war das anders. Kein Stadion als Ziel, kein Zug, den man noch erwischen muss, sondern einfach durch die Stadt gehen und tatsächlich einmal hinschauen.
Und plötzlich stellt man fest: Das liegt ja alles verdammt nah beieinander.
Noch ein Platz. Noch ein Innenhof. Noch eine Kirche. Noch irgendein Detail, an dem ich vermutlich schon mehrmals vorbeigelaufen bin, ohne es auch nur wahrzunehmen.
Ich war wirklich überrascht, wie viel ich von Klagenfurt noch nie bewusst gesehen habe.
Vielleicht ist genau das das Schöne an diesen Touren. Ich baue sie eigentlich für andere – und werde dabei selbst zum Touristen in Städten, von denen ich bisher überzeugt war, sie ohnehin irgendwie zu kennen.
Spoiler: Tu ich nicht.
Aber zumindest Klagenfurt jetzt ein kleines Stück besser.
Und nächste Woche können dann auch andere ausprobieren, ob entdecken.tours sie zuverlässig durch die Stadt führt.
Bei mir hat’s heute jedenfalls geklappt.
Was fast ein bisschen schade ist.
Ein Blogeintrag über „Ich wollte eine Sightseeingtour testen und bin irgendwo in Kärnten verschollen“ hätte schließlich auch Potenzial gehabt. 😄
Impressionen