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Hamburg · Aug 2026

Dolomiten–Triest Tag 3: Professionelles Kraftsparen

15. June 2026 3 Min. Lesezeit
Dolomiten–Triest Tag 3: Professionelles Kraftsparen

Heute stand ein äußerst wichtiger Teil jeder mehrtägigen Radtour auf dem Programm:

Nicht Radfahren.

Die ursprüngliche Route hätte mich über Arnoldstein, Tarvis und Kranjska Gora geführt. Eine wunderschöne Strecke. Das Problem dabei: Ich bin sie bereits letztes Jahr gefahren.

Also habe ich mich heute für die deutlich vernünftigere Variante entschieden und einen ganzen Tag lang Kraft gespart.

Manche nennen das Faulheit.

Ich nenne es strategische Vorbereitung auf das morgige Auf und Ab.

Während andere Menschen Kalorien verbrennen, saß ich entspannt im Zug und bereitete meinen Körper mental auf die kommenden Höhenmeter vor.

Die Rückkehr der GoPro

Nachdem meine GoPro gestern beschlossen hatte, ihren Dienst einzustellen und einen Teil des Ladekabels als dauerhaften Mitbewohner aufzunehmen, musste eine Lösung her.

Die gute Nachricht:

Die Operation war erfolgreich.

Die noch bessere Nachricht:

Das Spezialwerkzeug war kein Präzisionsschraubendreher, keine Pinzette und kein Werkzeugkoffer.

Es war ein Nagelknipser.

Mit dessen Hilfe konnte das Kabelstück entfernt werden und die GoPro lädt wieder.

Falls also morgen spektakuläre Aufnahmen fehlen sollten, liegt das nicht mehr an der Technik, sondern ausschließlich am Kameramann.

Das Hotel mit der Aussicht

Heute sind wir direkt am Bleder See untergebracht.

Die Aussicht ist tatsächlich fantastisch.

Man blickt auf den See, die Insel, die Berge und versteht sofort, warum Menschen aus aller Welt hierherkommen.

Leider endet die Liste der Highlights ziemlich genau dort.

Das Bett misst ungefähr 90 Zentimeter Breite.

Ich habe daher gute Chancen, heute Nacht mehrmals aufzuwachen.

Nicht wegen Lärm.

Nicht wegen Hitze.

Sondern weil ich versehentlich aus dem Bett gefallen bin.

Auch kulinarisch verfolgt das Hotel ein interessantes Konzept.

Der Koch hat offenbar beschlossen, dass Kochen überbewertet wird.

Vielleicht liegt es an der Porsche-Ladestation vor dem Haus.

Vielleicht an der Erwähnung im Michelin Guide.

Vielleicht genügt die Aussicht inzwischen als Hauptspeise.

Jedenfalls gibt es im Hotel aktuell kein Abendessen.

Die Alternativen:

  • die Bahnhofskneipe ums Eck
  • ein Restaurant mit einer Bewertung von 3,1 Sternen in etwa 600 Metern Entfernung
  • ein Campingplatz-Restaurant
  • oder Wolt

Es ist schön, wenn man Auswahl hat.

Fazit des Tages

  • Erfolgreich nicht mehr als 7 Kilometer zum Bahnhof geradelt
  • Kräfte für morgen gespart
  • GoPro mit einem Nagelknipser repariert
  • Fantastische Aussicht auf den Bleder See genossen
  • Herausgefunden, dass Aussicht alleine nicht satt macht

Morgen wird wieder geradelt.

Und falls ich bis dahin nicht aus dem Bett gefallen bin, gibt es auch neue GoPro-Aufnahmen.