Nach der gestrigen ersten Etappe stand heute Tag 2 meiner Tour Richtung Triest auf dem Programm.
Die Strecke fĂŒhrte mich von Kötschach-Mauthen nach Feistritz an der Gail. Laut GPS rund 55 Kilometer und etwa 270 Höhenmeter. Eigentlich eine Etappe, bei der man entspannt dahinrollen sollte.
Eigentlich.
Denn irgendjemand hatte beschlossen, dass heute möglichst viel Schotter eingebaut werden muss.
GefĂŒhlt bestand die Strecke zu ungefĂ€hr 73 Prozent aus losem Untergrund, der stĂ€ndig zwischen âganz okâ und âwarum tue ich mir das eigentlich an?â wechselte.
Ich habe grundsĂ€tzlich nichts gegen Schotter. Schotter ist schön. Schotter ist natĂŒrlich. Schotter sorgt aber auch dafĂŒr, dass man stĂ€ndig das GefĂŒhl hat, das Fahrrad wĂŒrde gerne eigene Entscheidungen treffen.
Der Vormittag verlief daher eher nach dem Motto:
"Lass uns einfach ankommen."
Die Beine waren davon zunĂ€chst durchaus ĂŒberzeugt.
Nach der Mittagspause passierte dann allerdings etwas Unerwartetes.
WĂ€hrend ich selbst eher gemĂŒtlich weiterrollen wollte, beschlossen meine Beine plötzlich, wieder voller Motivation zu sein. Woher diese zweite Luft gekommen ist, weiĂ ich bis jetzt nicht.
Vielleicht lag es am FrĂŒhstĂŒck.
Vielleicht am RĂŒckenwind. War da einer?
Vielleicht wollten die Beine einfach nur möglichst schnell ins Hotel.
Jedenfalls wurden die letzten Kilometer deutlich flotter abgespult als die ersten.
Das Problem des Tages
Jede Tour braucht natĂŒrlich eine kleine technische Katastrophe.
Heute traf es die GoPro.
Der Plan war simpel:
Akku laden.
Der Akku hatte allerdings andere PlÀne.
Beim Anstecken fiel er herunter und dabei blieb ein Teil des Ladekabels im USB-Anschluss der Kamera stecken.
Und mit âim Anschluss stecken gebliebenâ meine ich nicht, dass ich vergessen habe, das Kabel auszustecken.
Nein.
Ein StĂŒck des Steckers befindet sich aktuell noch immer in der GoPro und verteidigt seine neue Heimat mit bemerkenswerter Entschlossenheit.
Die Kamera lÀsst sich dadurch momentan ungefÀhr so gut laden wie ein Ziegelstein.
Bis ich jemanden mit Zange, ruhiger Hand und möglicherweise einer Ausbildung als Mikrochirurg gefunden habe, gibt es daher leider keine Videos von unterwegs.
Die GoPro macht aktuell nÀmlich exakt das, was ein GerÀt mit leerem Akku tun soll:
Nichts.
Fazit des Tages
- Rund 55 Kilometer geschafft
- Schotter fĂŒr mehrere Etappen gesammelt
- Unerwartete zweite Luft gefunden
- Hotel erreicht
- GoPro erfolgreich auĂer Gefecht gesetzt
Morgen geht es weiter Richtung SĂŒden - am Ruhetag mit dem Zug.
Die gute Nachricht: Das Fahrrad funktioniert noch.
Die schlechte Nachricht: Mein Kameramann ist bis auf Weiteres auĂer Dienst. đŽââïžđčđ