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Abreise aus dem Paradies – oder: Wie mich TUI fast in Ägypten adoptiert hätte

28. December 2025 3 Min. Lesezeit
Abreise aus dem Paradies – oder: Wie mich TUI fast in Ägypten adoptiert hätte

Sahl Hasheesh. Sonne. Meer. All-inclusive.
Der Urlaub war traumhaft – bis zu jenem Moment, in dem man glaubt, jetzt müsse nur noch die Abreise funktionieren.
Spoiler: Nein. Muss sie nicht. Nicht mit TUI.

Kapitel 1: Der Chatbot, der wusste, dass ich leide – und es ignorierte

Mein Problem war simpel:
Wann genau werde ich abgeholt, wenn die eigentliche Abholzeit schon vorbei ist und der Flieger wartet?
Und ja, ich habe 15 Minuten gewartet ...

Also rein in die TUI-App, ab in den Support-Chat – und dort wartete er schon:
Der Chatbot.

Ein Wesen, das ausschließlich dafür existiert, um dir zu erklären, dass dein Anliegen sehr wichtig ist, er dir aber trotzdem nicht helfen wird.

Ich wollte einen Menschen.
Der Chatbot wollte Geduld.

„Ein Mitarbeiter ist in ca. 30 Minuten für Sie verfügbar.“

30 Minuten.
In einer Situation, in der mein Abholzeitfenster kleiner war als die Aufmerksamkeitsspanne dieses Bots.

Kapitel 2: Hotline-Roulette in der Roaming-Hölle

Gut. Dann eben die Hotline.
Aus Ägypten. Nach Deutschland. In irgendeiner Roaming-Zone, deren Namen vermutlich nur Astronauten kennen.

Anruf gestartet.
Und dann begann das Spiel:

„Bitte drücken Sie die 1, wenn …“
„Bitte drücken Sie die 2, wenn …“

Problem:
Die Nachlade-SMS meines Mobilfunkanbieters kamen schneller an, als die Hotline ihre Menüpunkte vorlesen konnte.

Ich habe ungelogen mehr Geld für das Drücken von Zahlen ausgegeben als für Souvenirs.
Und Spoiler Nummer zwei:
Am Ende wusste ich immer noch nichts.

Kapitel 3: Der Abholwagen – ein Mysterium in mehreren Akten

Die offizielle Ansage lautete:

„Bitte seien Sie 15 Minuten vor Abholzeit am Treffpunkt.“

Natürlich war ich pünktlich.
Natürlich war ich nervös.
Natürlich war kein Fahrzeug da.

Zur geplanten Abholzeit?
Ein TUI-Bus war tatsächlich vor dem Hotel.

Fun Fact des Tages:
👉 Er wollte mich nicht mitnehmen.

Der eigentliche Abholwagen kam dann …
20 Minuten nach der offiziellen Abholzeit.

Also:
– zu spät für „pünktlich“
– zu früh für „Entschuldigung“
– genau richtig für einen kleinen inneren Nervenzusammenbruch

Fazit: Danke für nichts – und tschüss

Am Ende bin ich heimgekommen.
Aber nicht dank eines gut funktionierenden Systems, sondern wegen einer Mischung aus Glück, Geduld und der Tatsache, dass ich nicht freiwillig nach Sahl Hasheesh ausgewandert bin.

TUI ist für mich damit erledigt.
Nicht wegen eines Fehlers – die passieren.
Sondern wegen der kompletten Nichterreichbarkeit, wenn man tatsächlich Hilfe braucht.

Nächstes Mal?
"Fahr" ich gleich mit dem Kamel zum Flughafen – das hätte vermutlich schneller reagiert als der Chatbot.